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Beruf CIO: Stärkerer Fokus aufs Business

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Eine neue weltweite Studie lässt aufhorchen: Von Gartner befragte CIOs glauben, dass ihr Unternehmen erst 43 Prozent seiner IT geschäftlich nutzt. In einer zunehmend digitalen Welt muss dieser Anteil wachsen, sagen die Analysten. Damit würde sich auch die Rolle des CIO wandeln.

Jeder zweite CIO glaubt heute, dass sich seine Rolle im Unternehmen in den kommenden drei Jahren nicht ändern wird. Mark McDonald von Gartner hält dagegen: „Bleibt alles wie gehabt, sind CIOs nur die Gärtner veralteter Systeme und Verantwortlichkeiten.“ Die Top-10-Prioritäten der CIOs für das Jahr 2013 ließen sich allerdings so deuten, dass sie längst auf einem neuen Weg sind:

  1. Analyse und Business Intelligence (BI)
  2. Mobile Technologien
  3. Cloud Computing
  4. Technologien für Collaboration (Workflow)
  5. Modernisieren von Altsystemen
  6. IT-Management
  7. Customer Relationship Management (CRM)
  8. Virtualisierung
  9. Sicherheit
  10. Anwendungen für Enterprise Ressource Planning (ERP)

Vom traditionellen IT-Betrieb ist hier eher nachrangig die Rede. Vielmehr wollen CIOs modernisieren und auslagern. Gleichzeitig öffnen sie die IT nach außen, orientieren sich stärker am Kunden und am Business. Zudem glauben nach der Gartner-Studie 70 Prozent der CIOs, dass mobile Technologien in den nächsten zehn Jahren besonders geschäftskritisch sein werden, gefolgt von Big Data und der Analyse mit 55 Prozent. Social Media rangiert mit 54 Prozent knapp dahinter, ebenso die Public Cloud mit 51 Prozent. Und auch dies ergab die Studie: Nicht eine einzelne dieser Techniken fordert den CIO heraus, sondern ihre Kombination.

Der CIO verantwortet mehr als die IT

2013 setzten CIOs zwei Prioritäten, glaubt Dave Aron von Gartner: „Einerseits führen sie neue geschäftsrelevante Technologien ein, andererseits verbessern sie Organisation, Management und Governance.“ Letztlich gehe es darum, den Geschäftswert der IT zu steigern. Dass CIOs längst nicht mehr nur „Gärtner der Altlasten“ sind, wird nicht nur durch ihre Prioritäten und Einschätzungen belegt, sondern auch durch die berufliche Praxis: Nur jeder Dritte ist heute noch ausschließlich für Technik zuständig, 67 Prozent tragen bereits Führungsverantwortung außerhalb der IT. 2008 war es erst jeder Zweite. Zudem agiert jeder fünfte CIO gleichzeitig als Chief Digital Officer (CDO), gibt also als digitaler Visionär beim E-Commerce die Linie vor.

Die Anforderungen sind also hoch – und sie werden noch zunehmen. Was bedeutet dies in Zeiten stagnierender IT-Budgets? Es genüge nicht, nur mit Sparmaßnahmen auf begrenzte Budgets zu reagieren, meint Aron von Gartner: „CIOs müssen deutlich machen, dass Innovationen wie Mobile, Big Data, Social Media und Cloud Computing höhere IT-Budgets rechtfertigen.“

Bank-CIOs müssen aufholen

Auch die deutsche Bank-IT hat übrigens Nachholbedarf. Mehr als 80 Prozent der deutschen Bankmanager fühlen sich nach einer neuen Studie von Steria Mummert Consulting und Lünendonk nicht genügend unterstützt. Gleichzeitig glauben drei von vier Befragten, dass sich die Technologieführer unter den Instituten bis 2020 stark bis sehr stark vom Wettbewerb absetzen können. 44 Prozent der befragten Manager gaben an, dies sei bereits heute der Fall. Eines ist klar: Ohne neue Budgets werden CIOs ihren wachsenden Aufgaben im Business nicht gerecht.

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