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Zukunftsorientiert
Wie wir im Jahr 2020 konsumieren
"Der Gut-Konsum geht weiter", prognostiziert die Studie "Konsument 2020" des Kelkheimer Zukunftsinstituts. Der eigene Vorteil dürfe dabei aber nicht zu kurz kommen. Institutsgründer Matthias Horx glaubt, dass der Konsument neue Wege gehen werde "zwischen Vernunft, Lust und Moral". Doch wie und was werden die Menschen 2020 konkret kaufen? Und welche Richtung wird dabei die Konsumfinanzierung nehmen? Hier ein paar Ausblicke.
Die Autorinnen der Zukunftsstudie Corinna Langwieser und Anja Kirig sehen unter anderem eine neue Bescheidenheit am Horizont: Nicht in Verzicht üben wolle sich der Kunde, aber er wünsche sich einen einfacheren Konsumalltag. Schon heute sind technische Geräte mit überbordender Funktionalität passé. Produkte müssten noch verständlicher gestaltet und verkauft werden, damit sie künftig ihre Abnehmer finden. Dadurch wandle sich die Rolle des Herstellers und Retailers vom Produzenten und Verkäufer zum Botschafter, Informanten und Berater. "Der Konsument von morgen sucht nach Anerkennung und möchte nicht einfach nur bedient, sondern verstanden werden", glauben Langwieser und Kirig. Dies wird auch für den Kredit- und Leasingmarkt gelten. Im Massengeschäft lassen sich derart hohe Ansprüche allerdings wegen knapper Margen nur mit intelligenter IT erfüllen. Sie erstellt beispielsweise automatisch differenzierte Profile, auf deren Basis Kunden besser verstanden werden als bisher. Auch ein Angebot, das zu den persönlichen Bedürfnissen passt, ermittelt im Idealfall die Software anhand der Kundendaten.
Mit der individuelleren Ansprache geht eine stärkere Emotionalisierung einher. "Mood-Manufacturing" nennen Langwieser und Kirig ein Konzept, mit dem heute schon Glücks- und Wellness-Tees in den Supermarktregalen arbeiten. Künftig wird dieser Ansatz in größere Dimensionen vordringen, etwa wenn sich die Farbe der Cockpitbeleuchtung der Emotion des Autofahrers anpasst, ebenso wie das Musikprogramm.
Eine zukunftsträchtige Zielgruppe haben Langwieser und Kirig mit den "gesunden Unzufriedenen" ausfindig gemacht. Ihnen gehe es darum, die eigene Performance zu optimieren. Das Angebot in diese Richtung erweitern sollten Kredit- und Leasingunternehmen nicht erst, wenn dieser Trend die breite Mitte der Gesellschaft erreicht hat. Immer mehr Schönheitsärzte und -kliniken bieten ihren Kunden heute schon Teilzahlungsmodelle an - in Kooperation mit Banken und Nichtbanken. Hinzu kommt die Finanzierung alternativer Heilleistungen, die von Kassen oder Versicherern nicht übernommen werden.
50+ als Markt begreifen Mit den "Best Agern" nennt eine neue Studie von Deloitte eine weitere Zielgruppe mit Potenzial. In den herkömmlichen Industrieländern würden altersgerechte Produkte und Dienstleistungen immer wichtiger werden. Noch engagieren sich Finanzdienstleister generell wenig für Senioren, weil sie beispielsweise Kreditausfälle fürchten, doch wird sich ihre Einstellung sicherlich mit dem demografischen Wandel ebenfalls verändern. Anders in aufstrebenden Märkten: Dort konzentriert sich alles auf die jungen, aufstrebenden Mittelschichten, die Autos, Häuser und Urlaubsreisen finanzieren wollen.
Weil die Ressourcen aber knapper würden, werde Nachhaltigkeit laut Deloitte das nächste Jahrzehnt weltweit prägen. Das Zukunftsinstitut glaubt, dass Kunden auf ethisch und ökologisch korrektes Angebot achten. Uneigennützig würden sie dabei aber nicht entscheiden: Elektroauto ja, aber nur wenn es kostengünstiger oder zumindest nicht teurer ist als ein Benziner oder Diesel - und trendiger. Auch der Spaß darf nicht zu kurz kommen; hier unterscheidet sich die Zukunft nicht von der Gegenwart.
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