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US-Markt für Konsumkredite


Talsohle erreicht?

Im Dezember war der amerikanische Markt für Konsumentenkredite den elften Monat in Folge rückläufig. Die Durststrecke gilt als die bis dato längste. Allerdings habe sich die Geschwindigkeit verlangsamt, meldet ein aktueller Report der FED. Insgesamt 1,8 Milliarden büßte der Markt saisonbereinigt ein, was einem Minus von 0,8 % entspricht. Das Volumen beträgt derzeit aber noch immer 2,456 Billionen US-Dollar.

2009 verzeichneten die Amerikaner gegenüber dem Vorjahr einen Rückgang von 4 %. Der Markt für revolvierende Kredite (inklusive Kreditkarten) verlor alleine im Dezember 8,5 Milliarden US-Dollar und im gesamten letzten Jahr 11,7 %. "Banken verleihen zwar Geld, sind aber vorsichtiger und müssen viel mehr Konsumkredite abschreiben", berichtet Gary Thayer von Wells Fargo Advisors. Die "Big-6" der Kreditkartenanbieter, unter ihnen die Bank of America, Citigroup und American Express, berichten allerdings über eine rückläufige Zahl überfälliger Forderungen.

Sean Maher von Moody"s Economics.com glaubt, dass das Geschäft mit revolvierenden Krediten ab Juni wieder anziehen wird: "Es gibt Anzeichen, dass wir bald den Tiefstand erreicht haben." Dafür spricht auch der Arbeitsmarkt, denn die Arbeitslosenzahl ist laut Washingtoner Labor Department im Januar überraschend nur auf 9,7 % gefallen. Viele Wirtschaftsexperten hatten mindestens 10 % prognostiziert. Insgesamt gingen 20.000 Jobs verloren, im Dezember waren es aber noch 150.000.

Gegen den Trend wuchs im abgelaufenen Jahr der Markt für nichtrevolvierende Kredite. Unter anderem auch deshalb, weil der Handel 5,2 % mehr Kraftfahrzeuge absetzen konnte. Allerdings wurden 2009 14 Millionen Autos verschrottet und nur 10 Millionen neue gekauft. Erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg sank damit die Zahl der in Amerika zugelassenen Kraftfahrzeuge. Marktbeobachter glauben, dass die Sättigungsgrenze erreicht sein dürfte: Auf 209 Millionen Führerscheininhaber kommen heute 246 Millionen Fahrzeuge - und damit fast fünf auf vier Fahrer.

Vier von fünf Amerikanern leben zudem mittlerweile in Städten, so dass dort das Verkehrsaufkommen drastisch zugenommen hat. Deshalb bemühen sich dort die Verantwortlichen, Autos aus den Zentren fernzuhalten. Fahrern werden Beschränkungen auferlegen, Parkgebühren erhöhen und gleichzeitig öffentliche Verkehrsnetze ausgebaut - in Phoenix ebenso wie in Seattle, Houston oder Washington. Zwischen 2005 und 2008 sind deshalb 9 % mehr Amerikaner auf Bus und Bahn umgestiegen. In vielen Städten entstehen außerdem erstmals Fußgänger- und Fahrradwege. Auch angesichts weiter steigender Öl- und Gaspreise könnte der amerikanische Automarkt seine besten Zeiten erst einmal hinter sich haben. Zwischen 1999 und 2007 wurden jährlich noch 17 Mio. Fahrzeuge verkauft, in den kommenden Jahren könnten es nur mehr 10 bis 14 Millionen sein.

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