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Neue M&A-Welle nach der Krise
Neue M&A-Welle nach der Krise
Noch sind Finanzdienstleister intern mit den Folgen der Wirtschaftskrise beschäftigt, doch in ein paar Monaten dürfte die nächste Konsolidierungswelle heran rollen. Viele Institute in Deutschland und Europa werden dabei ähnliche Ziele verfolgen: weniger Staat, mehr Größe und vor allem lukrativere Zukäufe.
Die europäischen Staaten bleiben bei den Banken im Boot. So erwarben sie im Jahr 2009 für 39 Milliarden Euro Anteile. 2008 waren es laut PricewaterhouseCoopers (PwC) zwar noch 104 Milliarden Euro, allerdings verringerte sich das Transaktionsvolumen von 178 Milliarden Euro im Jahr 2008 auf 80 Milliarden Euro. Der staatliche Anteil am Gesamtwert der Anteilskäufe fiel deshalb nur von 58 % auf knapp unter 50 %. Bis das Volumen des Boomjahres 2007 wieder erreicht wird, dürfte noch einige Zeit vergehen. Damals belief sich der Gesamtwert europäischer Beteiligungen, Übernahmen und Fusionen auf 208 Milliarden Euro.
Während 2008 bei acht von zehn der größten Transaktionen Staaten als Käufer aufgetreten sind, erwarten die von PwC befragten Finanzdienstleister in diesem Jahr eine Trendwende. Drei Viertel glaubt an größere Transaktionen und knapp 60 % daran, dass private Investoren den Staat als Käufer übertrumpfen werden. "Viele europäische Regierungen fokussieren sich mittlerweile weniger auf die Unterstützung von Banken als auf die Planung von Exit-Strategien", sagt Burkhard Eckes von PwC.
Mit staatlichen Anteilsverkäufen in größerem Maßstab sei in Europa bis Jahresende allerdings noch nicht zu rechnen. Erst ab Ende 2010 werde sich der deutsche M&A-Markt beleben und dann die Konsolidierung der Bankenbranche fortsetzen. Jens Rönnberg von PwC glaubt allerdings nicht, "dass das Transaktionsvolumen in Deutschland wieder auf das zu Beginn der Finanzkrise erreichte Niveau steigt".
Auch habe sich die M&A-Strategie in Deutschland gewandelt, berichtet der aktuelle Branchenkompass von Steria Mummert Consulting. Nicht allein das Streben nach Größe stehe im Vordergrund, obwohl dieses aufgrund des wachsenden Kostendrucks weiter von Bedeutung sei. Allerdings habe es die Banken in der Vergangenheit zu zweifelhaften Käufen verleitet. "Eine wichtige Lehre aus der Finanzkrise ist", sagt Jan Koppetsch von Steria Mummert Consulting", dass beherrschbare, kontrollierbare Prozesse wieder im Vordergrund stehen." Es würden nicht mehr ganze Banken übernommen, sondern nur Teile der Wertschöpfungskette, die zum eigenen Portfolio und zu den Kernkompetenzen der Bank passen würden. Und was nach einer Übernahme nicht passt, wird einfach abgespalten und verkauft.
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