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Lichtblicke in Osteuropa


"Wir sehen Licht am Ende des Tunnels", sagte Ewald Nowotny, Gouverneur der Österreichischen Nationalbank, Mitte November auf einer Konferenz über die Länder Mittel-, Süd- und Osteuropas. Die Prognosen versprächen für die kommenden beiden Jahre ein gemäßigtes Wachstum. "Westliche Banken werden in Osteuropa nicht mehr glücklich", schrieb dagegen Matthias Brüggmann am 3. November im Handelsblatt. Insbesondere auf dem Balkan sei die Zahl fauler Kredite stark gestiegen. Doch wird man dem Raum mit einer Pauschalkritik, also ohne genaueren Blick auf einzelne Länder, wirklich gerecht?

Nein, wenn es nach Fritz Mostböck geht. Man müsse in der Region künftig stärker differenzieren, betonte der Chefanalyst der Erste Bank jüngst auf einer Anlegerkonferenz in Wien. Griechenland brächte es mit elf Millionen Einwohnern auf eine Staatsschuld von 300 Milliarden Euro. Tschechien, die Slowakei, Ungarn, Rumänien und Kroatien hätten dagegen insgesamt 50 Millionen Einwohner, aber nur 220 Milliarden Euro Schulden. In Ungarn und Rumänien sei außerdem die wirtschaftliche Lage wesentlich schwieriger als in anderen CEE-Ländern. Einen übergreifenden Blick wagt Mostböck dennoch: Die zentral- und osteuropäischen Staaten stünden weit besser da, als dies manche Medienberichte darstellten. So sei dort das Wachstum doppelt so hoch wie in der Euro-Kernzone und das Lohnniveau immer noch vergleichsweise niedrig. Derzeit liege es bei einem Drittel des deutschen.

CEE-Banken konsolidieren sich
Vorsichtig positiv blickt auch Walter Demel in die Zukunft. Der Senior CEE-Analyst der Raiffeisen Research erwartet 2011 und 2012 "ein moderates Wachstum des Kreditvolumens". Die Volkswirtschaften erholten sich langsam, "allerdings mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten". Sein Kollege, Bankenanalyst Jovan Sikimic, macht in der CEE-Bankenlandschaft eine Vielzahl von Übernahmekandidaten aus, sie sei eindeutig ein Käufermarkt, denn: "Einige Banken sehen sich gezwungen, den Markt zu verlassen - und natürlich begrenzt das die Bewertungsfantasie."

"Das große Engagement des österreichischen Bankensektors in der Region wurde durch die Krise nicht nachhaltig beeinträchtigt", glaubt OeNB-Gouverneur Nowotny. Künftig müssten aber strukturelle Reformen und Infrastrukturinvestitionen das Wachstum und die Wettbewerbsfähigkeit dieser Länder sichern, etwa "eine durchdachte Regulierung der Finanzmärkte" speziell im Euroraum.

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