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Industrialisierung und kein Ende


Wenn heute 90 Prozent der Banken und Sparkassen Produkte standardisieren und Prozesse automatisieren wollen, dann stecken meist die neuen Vorgaben der Bankenaufsicht dahinter. Einige Institute möchten aber auch ihre Geschäftskunden besser bedienen können - so eine neue Studie von Steria Mummert Consulting. Doch wo setzen die Institute dabei an?

Die Erhebung legt nahe, dass die IT bei der weiteren Industrialisierung eine gewichtige Rolle spielen wird. So planen zwei Drittel der Banken und Sparkassen in den nächsten drei Jahren Investitionen in IT-Systeme zum Workflow-Management. Der Einsatz von Standardsoftware wird ebenso vorangetrieben. Mehr als jedes zweite Kreditinstitut nimmt dafür in den kommenden Jahren weiteres Geld in die Hand. Neben den aufsichtsrechtlichen Vorgaben steht das Kreditgeschäft mit Unternehmen im Vordergrund: Immerhin 57 Prozent der Befragten sehen hier noch ungenutzte Möglichkeiten. Beispielsweise will bis spätestens 2013 jedes zweite Institut nennenswert in die elektronische Kreditakte investieren.

Generell sind Finanzdienstleister bei der Industrialisierung derzeit darum bemüht, die horizontale und vertikale Integration sinnvoll zu kombinieren. In der vertikalen Dimension hinterfragen sie, welche Teile der Wertschöpfung sie künftig noch selbst abdecken wollen und wo es wirtschaftlicher ist, eine Leistung einzukaufen oder zu kooperieren. So gehen zwei Drittel der von Steria Mummert befragten Bankmanager davon aus, dass kleinere Institute neben IT-Dienstleistern künftig verstärkt mit großen Banken zusammenarbeiten werden. Dabei könnte es um die Abwicklung gehen, aber auch um Produktkombis und gemeinsame Vermarktung.

IT verbindet Unternehmen
Gemeinsame Wertschöpfung mit Partnern setzt allerdings voraus, dass die Industrialisierung innerhalb der eigenen Organisation bereits weit fortgeschritten ist. Laut einer Befragung des Fraunhofer IAO sind die Banken aber der Ansicht, dass sie bisher intern noch keine oder unzureichende Strukturen für wertschöpfende Kooperationen geschaffen haben. Etwa fehlen im Unternehmen offene IT-Schnittstellen und Systeme, um partnerübergreifende Geschäftsprozesse aufsetzen zu können. Die Leistungsfähigkeit der internen Abläufe lasse ebenfalls zu wünschen übrig, so die Fraunhofer-Studie weiter. Es mangle an systematischem Performance- und Prozessmanagement, auch müssten Mitarbeiter besser von Routinearbeiten entlastet werden. Letzteres vor allem deshalb, weil Banken sich stärker an den zunehmend anspruchsvollen Kunden ausrichten wollten.

So steht vor der vertikalen Integration über Unternehmensgrenzen hinweg die horizontale Integration innerhalb der eigenen Organisation. Und es zeichnet sich klar ab, dass uns die Industrialisierung im Finanzdienstleistungssektor noch lange Zeit begleiten wird.

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