|
Gute Perspektiven für Banken?
Gute Perspektiven für Banken?
Einen Blick in die Zukunft wagte kürzlich das Fraunhofer Institut mit seiner Trendstudie "Bank & Zukunft 2010". Das Kompetenzzentrum Sourcing in der Finanzindustrie (CC Sourcing) der Universitäten St. Gallen und Leipzig richtete seinen Fokus sogar auf das Jahr 2015. Beide Studien basieren auf Befragungen von Managern aller Bankengruppen, wobei sich das Fraunhofer IAO auf Deutschland konzentriert, das CC Sourcing dagegen noch zusätzliche Österreich und Schweiz abdeckt. Hier einige wichtige Erkenntnisse im schnellen Überblick.
Natürlich spielen in beiden Studien die Auswirkungen der Finanzmarktkrise eine gewichtige Rolle. Die überwiegende Zahl der vom Fraunhofer IAO Befragten glaubt, diese gut überstanden zu haben. So geben im Durchschnitt 53 Prozent an, gestärkt daraus hervorgegangen zu sein. Diese Einschätzung deckt sich mit den jüngst veröffentlichten Ergebnissen der Stresstests. Sie ergaben, dass die durchschnittliche Kernkapitalquote des deutschen Bankensystems in den vergangenen drei Jahren um knapp zwei Prozentpunkte gestiegen ist. Allerdings glauben die Teilnehmer der CC Sourcing-Studie, dass die Krise die Konsolidierung in der Branche beschleunigen und Margen weiter erodieren wird.
Netzwerke pushen das Geschäft Besonders großes Potenzial hätten einerseits Anbieter innovativer Geschäftsmodelle, etwa im Bereich Social Banking, und andererseits umfassende Problemlöser. Deshalb kämen Banken an Kooperationen nicht vorbei, sind sich beide Studien einig. Das IAO Fraunhofer nennt diesen Trend "Banking goes (a)cross": Die größten Potenziale sehen die Befragten in diesem Bereich bei Versicherungen (87 Prozent) und Bausparkassen (78 Prozent). Die CC Sourcing-Studie regt Banken zum Aufbau von Schnittstellenorganisationen an. Mit diesen sogenannten "Retained Organizations" sollen dominante Banken künftig Netzwerke steuern, über die der Kunde kanalübergreifende, individualisierte Leistungen erhält. Diese werden teilweise intern erbracht, jedoch laut Fraunhofer IAO auch immer mehr durch externe Partner, weil interne Ressourcen immer knapper werden. Letztlich zielen beide Studien gleichermaßen auf eine verteilte Wertschöpfung ab, wie sie bisher im Bankenumfeld noch eher die Ausnahme bildet.
Mobile und Social liegen im Trend Nicht nur als umfassende Problemlöser müssen die Anbieter auftreten, auch die Wege zum Kunden werden zahlreicher und vielfältiger. Gerade jüngere, technologieaffine Gruppen wollten verstärkt über neue (mobile) Technologien mit ihrer Bank interagieren - so konstatiert die CC Sourcing. Die von diesem Institut Befragten glauben, elektronische Kundenschnittstellen müssten deshalb auf zentralen IT-Servicearchitekturen basieren, die auf verteilten Standardsoftwaresystemen aufsetzen. Auch die Fraunhofer IAO-Studie ergab, dass die Bank-Kunde-Interaktion mehr in den Mittelpunkt rücken werde. Bereits dieses Jahr planten 54 Prozent der Institute Investitionen in den Vertriebskanal Internet, gefolgt von Investitionen für bessere Multikanalintegration. Der Einsatz neuer Technologien, insbesondere von Social Software-Lösungen, spiele ebenfalls eine gewichtige Rolle.
<- Zurück zu: Aktuelles
|