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Gefahrenbewusst


Was Risikomanager aus der Krise gelernt haben

Einer weltweiten Erhebung von Deloitte zufolge beschäftigen 86 Prozent der Banken heute Chief Risk Officer (CRO) und 79 Prozent haben bereits eine Lösung für Enterprise Risk Management eingeführt oder sind gerade dabei. Beeindruckende Zahlen, wirklich zufrieden mit der eigenen Risikotechnologie ist jedoch ein wesentlich geringerer Prozentsatz.

Ein Viertel der Befragten fühlen sich insbesondere durch die Datenintegration stark oder sehr stark herausgefordert. Während 75 Prozent glauben, dass ihr Institut Kredit-, Markt- und Liquiditätsrisiken gut oder sehr gut beherrscht, halten nur 60 Prozent ihre IT-Systeme für effektiv beim Management von Kredit- und Marktrisiken. Bei den Liquiditätsrisiken sind es gar nur 47 Prozent. Befragt nach ihren Plänen für das Jahr 2011 gaben deshalb 48 Prozent an, die Qualität und das Management von Daten verbessern zu wollen. Bei 44 Prozent steht optimiertes Risikoreporting auf der Agenda.

Dass für das wachsende IT-Engagement vor allem die Finanzkrise verantwortlich ist, liegt auf der Hand. So haben praktisch alle Experten Fehler im Risikomanagement als Krisentreiber identifiziert. Allerdings könnte demnächst der Mensch der limitierende Faktor im Risikomanagement sein, denn Banken beklagen bereits Bewerbermangel. Die Ansprüche an die Kandidaten sind hoch: Sie sollten interdisziplinär denken und arbeiten, außerdem die neuesten mathematischen Methoden kennen. Heute geht es - neben der Erfüllung von Regularien - nämlich weniger um die Modellierung von Details, sondern um das große Ganze: Wie sehen die kritischen Zukunftsszenarien aus? Welche Risiken sind damit verbunden?

Eine Risikozentrale für die Welt
Kleine und mittlere Häuser werden angesichts wachsender Aufgaben und des Fachkräftemangel darüber nachdenken müssen, ihr Risikomanagement wenigstens teilweise auszulagern. Großbanken bündeln dagegen ihre Kräfte. So ließ die Deutsche Bank Ende Januar verlauten, sie habe in Berlin ein internationales Zentrum für Risikomanagement geschaffen. Es soll weltweit Modelle und Prozesse entwickeln, um Risiken zu überwachen und zu steuern. Außerdem wird die neue Organisation für die Großbank Risikoanalysen durchführen. Durch den integrierten Ansatz "können mögliche Risiken frühzeitig identifiziert, bewertet und Szenarien in Echtzeit anhand komplexer Modelle simuliert werden", berichtet CRO und Bankvorstand Hugo Bänziger. Das Zentrum ist mit 50 Mitarbeitern gestartet, Ende des Jahres sollen es bereits 300 sein und langfristig könnte die Zahl sogar auf 500 bis 700 Arbeitsplätze anwachsen. Die Deutsche Bank zeigt, wohin die Reise geht: Zu spezialisierten Einheiten, die Risikomanagement integriert betrachten: in all seinen räumlichen, rechtlichen, organisatorischen und thematischen Dimensionen.

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