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Gartner


Top 10 der strategischen Technologien 2012

Auf dem Gartner Symposium/ITxpo in Orlando präsentierte das Analystenunternehmen jüngst seine Top 10 der „strategischen Technologien“ für 2012. Darunter fallen laut Gartner neue Entwicklungen ebenso wie ältere, die jetzt Marktreife erlangen. Allen gemeinsam sei, dass sie Unternehmen in den nächsten drei Jahren signifikant beeinflussen könnten.

1. Media-Tablets
Auch 2012 haben Kunden wieder viel Auswahl bei Media-Tablets. Keine Plattform oder Technik wird dominieren. Für Unternehmen bedeutet dies jedoch, dass sie die Vielfalt beherrschen müssen. Dafür schlägt Gartner zwei mobile Strategien vor: eine für Business-to-Employee (B2E) und eine weitere für Business-to-Customer (B2C). Das Szenario für B2E berücksichtigt soziale, geschäftliche, finanzielle und Risikomanagement-Ziele, bei B2C (das auch Business-to-Business B2B beinhaltet) kommen weitere Anforderungen hinzu, etwa der Zugriff auf Unternehmensdaten und -systeme oder die Integration in Drittlösungen. Die Apple iPad-Lösung von afb ist diesbezüglich bereits voll integriert. Damit können Verkäufer am Point of Sale den kompletten Leasing- und Kreditprozess von Angebot und Antrag über Vertragsabschluss bis zur Vertragsverwaltung mobil abwickeln.

2. Mobilzentrische Anwendungen und Oberfläche
Apps werden künftig fokussiertere Aufgaben als bisher übernehmen und lassen sich zu komplexen Lösungen kombinieren. Außerdem werden herkömmliche Benutzeroberflächen mit Fenstern, Icons und Menüs durch mobilzentrische ersetzt. Sie reagieren auf Berührung, Gesten und Sprache, unterstützen die Suche und Video. afb hat seine iPad-Lösung bereits mit einer angepassten Benutzeroberfläche ausgestattet.

3. Kontextabhängiges und soziales Benutzererlebnis
Daten über die Umgebung, Aktivitäten, Verbindungen und Vorlieben werden 2012 dazu verwendet, besser mit Nutzern oder Objekten interagieren zu können. Für individualisierte Dienste werden auch Informationen aus Mobile, Social, Location, Commerce und Payment kombiniert. Die Gartner-Analysten glauben, dass bereits 2013 kontextabhängige Anwendungen auf den Markt kommen, unter anderem bei standortbezogenen Diensten, Augmented Reality und Mobile Commerce.

4. Internet der Dinge
Das Internet der Dinge bindet Gegenstände über Sensoren und Logik in das Web ein. Das Konzept ist nicht neu, die Technologien für Identifikation, Sensorik und Kommunikation erreichen in den nächsten Jahren aber die kritische Masse. Dazu zählen unter anderem Embedded-Sensoren, Bilderkennung und Near Field Communication (NFC). NFC steckt bald in einer ausreichenden Zahl von mobilen Geräten und erleichtert beispielsweise das Bezahlen in öffentlichen Verkehrsmitteln oder im Handel.

5. App Stores und Marktplätze
App Stores von Apple und Android bieten Marktplätze für hunderttausende Anwendungen. Gartner prognostiziert für 2014 mehr als 70 Milliarden mobile Downloads jährlich, wobei Unternehmen immer mehr in den Fokus rücken. Enterprise App Stores werden aber auch die Rolle der IT verändern. Sie ist nicht mehr zentrale Planungsstelle, sondern erbringt Broker-Dienste und sorgt für die Einhaltung der Governance. Insbesondere müssen Unternehmen Apps nach ihrem Wert und Risiko kategorisieren können.

6. Analytik der nächsten Generation
Die Datenanalytik wird sich in dreierlei Hinsicht wandeln: Erstens werden Offline-Analysen durch wesentlich schnellere Inline-Analysen ersetzt. Zweitens erklären sich Unternehmen nicht mehr die Vergangenheit auf Basis historischer Daten, sondern kombinieren diese mit Echtzeitdaten. So können sie endlich Aussagen über die Zukunft treffen. Drittens gehört die strukturierte, simple Datenanalyse eines Einzelnutzers der Vergangenheit an. Sie wird ersetzt durch die Analyse komplexer Informationen unterschiedlichster Typen wie Text oder Video aus diversen Systemen. Diese fließen in einen kollaborativen Prozess ein, in dem viele Personen gemeinsam analysieren, diskutieren und entscheiden. Die Analytik verlagert sich außerdem schrittweise in die Cloud.

7. Big Data
Traditionelle Datenmanagementsysteme sind mit der Größe und Komplexität heutiger Formate ebenso überfordert wie von der geforderten Liefergeschwindigkeit. Hierfür braucht es neue Technologien wie etwa In-Memory (siehe Trend 8), mit denen auch komplexe Echtzeitanalysen möglich werden. Künftig hilft außerdem logisches Data Warehousing dabei, die Datenflut zu beherrschen. Es verknüpft in einer semantischen Schicht Objekte und Datenquellen und muss so keine eigenen Daten mehr vorhalten.

8. In-Memory-Computing
Günstigere Flash-Speicher sollen künftig in vielen Consumer-Geräten stecken, in Unterhaltungselektronik und Embedded-Systemen. Damit werden viele neue Anwendungen möglich wie etwa die in Trend 7 erwähnten Echtzeitanalysen.

9. Extrem energiesparende Server
Ein Extreme Low-Energy Server nutzt eine große Zahl energiesparender Prozessoren, wie sie normalerweise in mobilen Geräten zum Einsatz kommen. Der Rechner hat nur mehr ein Viertel des herkömmlichen Energiebedarfs, eignet sich aber nicht für rechenintensive Aufgaben. Derzeit sind Extreme Low-Energy Server vorwiegend in der Welt von Amazon und Google beheimatet, weil sie unter anderem statische Objekte gut auf Webseiten schaufeln können. Gartner glaubt, dass sich die Server trotz ihrer Limitierungen weiter verbreiten könnten.

10. Cloud-Computing
Für Gartner steckt das Cloud Computing 2011 und 2012 noch in den Kinderschuhen. Alle wichtigen Enterprise-Hersteller würden derzeit über große Initiativen ihr Angebot verbreitern. 2012 sei die Zeit reif für ein hybrides Modell, das private und öffentliche Cloud kombiniert.

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