|
Automarkt 2011
Europäer kaufen Geschäftswagen
In Europa müssen sich Autohersteller in diesem Jahr auf eine gedämpfte Nachfrage bei Personenwagen einstellen. So prognostiziert es die European Automobile Manufacturers" Association (ACEA). Doch der europäische Verband setzt auch ein positives Signal: 2011 werden Bestellungen bei Geschäftsfahrzeugen stark zunehmen, glaubt er. Erste Erhebungen sprechen dafür: Im Januar stieg die Zahl der Neuanmeldungen gegenüber dem Vergleichszeitraum 2010 um 20 Prozent, in Deutschland waren es sogar 34,5 Prozent.
ACEA-Präsident Dieter Zetsche von Daimler fand beim Jahrestreffen klare Worte für die derzeitigen Aufgaben der europäischen Automobilindustrie: "Vom Freihandel profitieren, Emissionen verringern und CARS 21 ganz oben auf die Agenda setzen." Ende letzten Jahres hatte sich die bereits 2005 ins Leben gerufene europäische Initiative CARS 21 neu aufgestellt. Der Gruppe gehören nun Vertreter der Automobilindustrie, von Gewerkschaften und NGOs an, außerdem von Verbraucherverbänden, EU-Mitgliedstaaten und diversen EU-Institutionen. Sie soll die Europäische Kommission bei der Entwicklung einer wirkungsvollen EU-Industriepolitik für die Automobilbranche beraten, zudem bei der Umsetzung der EU-Strategie für saubere und energieeffiziente Fahrzeuge.
Auf dem richtigen Weg Ob Autos international wettbewerbsfähig seien, hänge wesentlich von ihrer Effizienz ab, bestätigt auch Zetsche und sieht die europäische Autoindustrie auf einem guten Weg: "Sie investiert bereits über 30 Milliarden Euro jährlich in Forschung und Entwicklung - mehr als jede andere Branche in Europa." Dieses Investment zahle sich aus: Mehrere Hersteller hätten schon fortschrittliche Technologien auf den Markt gebracht, etwa Plug-In-Hybride, Brennstoffzellen- und Elektroautos.
Für diese Innovationen könne man mit den Unter-30-Jährigen eine völlig neue Klientel gewinnen, konstatiert eine neue Studie von Commerz Finanz (ehemals Dresdner-Cetelem Kreditbank). Junge Erwachsene kaufen derzeit fast durchweg Gebraucht- statt Neuwagen, "jedoch nicht aus Prinzip, sondern weil der Markt nicht auf die Bedürfnisse dieser Klientel ausgerichtet ist". Marken und Statussymbole sind für sie eher unwichtig, anders als etwa für die "Generation Golf" der 80er Jahre. Heute wünschen sich junge Erwachsene günstige, praktische und umweltfreundliche Fahrzeuge, wobei 65 Prozent gerne ein Elektro- oder Hybridauto fahren würden. Trotz ausgeprägtem Öko-und Preisbewusstsein darf die Optik nicht zu kurz kommen. Darauf legen immerhin 77 Prozent der jüngeren Befragten Wert. Ob sie sich dabei der Macht der Marken wirklich entziehen können, darf bezweifelt werden. Letztlich sind es doch wieder die Marken, die vorgeben, welche Fahrzeuge zum jeweiligen Zeitpunkt als ästhetisch ansprechend empfunden werden.
Für Banken und den Autohandel hat die Studie der Commerz Finanz übrigens ebenfalls interessante Fakten zutage gefördert: Wenn das eigene Bargeld nicht reicht, würde jeder dritte Europäer unter 30 Jahren eine KFZ-Finanzierung nutzen und jeder zweite würde seinen Vertrag im Autohaus abschließen.
<- Zurück zu: Aktuelles
|