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Absturzsicher


Wodurch sich Kreditausfälle verhindern lassen

Knapp 140.000 Deutsche meldeten 2010 Privatinsolvenz an - 7,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Experten von Creditreform gehen davon aus, dass die Zahl in diesem Jahr auf diesem hohen Niveau bleiben wird. Seit Ende der 90er Jahre sei die Verschuldung stark angestiegen, immer mehr Menschen könnten deshalb zahlungsunfähig werden. Die meisten Privatinsolvenzen verzeichnen jedoch nicht die Deutschen, sondern die Briten (2010: 162.460). Deshalb hat die British Bankers" Association (BBA) gemeinsam mit Accenture neue Ansätze erarbeitet, um Menschen in finanziellen Schwierigkeiten zu helfen.

Letztlich geht es darum, den Kunden klare Wege zum Schuldenabbau aufzuzeigen. Fair soll der Umgang mit den Schuldnern sein, und er soll gleichbleibend gute Erfolge zeitigen. Dafür fanden die Autoren der Studie vier Ansatzpunkte:

  • Eine neu zu gründende zentrale Institution müsse die Schuldnerberatung einheitlich regeln. Sie solle die Verantwortung für eine nationale Überschuldungsstrategie übernehmen.
  • Der Schuldenabbau müsse insgesamt vereinfacht und der Fokus stärker auf frühes Erkennen sowie Lösen von Problemen gelegt werden.
  • Finanzdienstleister sollen Kundendaten besser nutzen, um die gefährdete Klientel frühzeitig zu identifizieren und ihr konkrete Hilfen anbieten zu können. Eine zentrale Datenhaltung, wie etwa bei der afb Credit Management Solution, ist hier allerdings unverzichtbar.
  • Kunden sollen lernen, sich selbst zu helfen. Dazu können Schulungen dienen, aber auch ein zentrales Informationsportal im Internet.

Eine klare Linie hilft allen
Schuldner würden heute mit einer Vielzahl verwirrender Optionen konfrontiert, meint Paul Ross, Policy Director bei BBA und einer der Autoren des Reports: "Sie werden außerdem zu früh in teure Gerichtsverfahren getrieben, obwohl es vielleicht einen vernünftigeren und für alle Beteiligten vorteilhafteren Weg gäbe." Sein Co-Autor David Parker von Accenture glaubt, dass die Zeit für einen einschneidenden Wandel reif sei, weil die Britische Regierung das Geschäft mit Konsumkrediten derzeit neu regle. "Allerdings müssen sich alle Beteiligten auf die Einführung eines gemeinsamen Rahmenwerks zum Schuldenmanagement einigen - Regierung, Regulierungs- und Beratungsstellen, aber auch Kreditgeber und -nehmer."

Nicht nur in Großbritannien, sondern in ganz Europa setzen Anbieter von Konsumkrediten immer häufiger auf Finanzaufklärung. Dies ergab eine aktuelle Erhebung von Eurofinas, einer europäischen Vereinigung von Verbänden für Finanzierungsbanken. Alle Befragten gaben an, ihren Kunden heute allgemeines Wissen zu vermitteln, etwa wie Geld sinnvoll gespart und ausgegeben wird, aber auch spezielle Themen wie die Consumer Credit Directive sind im Angebot. 85 Prozent der Verbände kooperieren zudem bei ihrer Aufklärungsarbeit mit Verbraucherorganisationen. Eurofinas-Chairman Pedro Guijarro ist davon überzeugt, "dass sich private Überschuldung senken lässt, wenn Kunden Basiskenntnisse über Finanzen erwerben können".

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